Warum Sie Kennenlernspiele nutzen sollten
1. Warum Sie Kennenlernspiele für Kinder im Unterricht nutzen sollten
Wie stellt man sich als Lehrkraft einer neuen Klasse vor? Geht man ganz locker in die Klasse und wartet ab, was auf einen zukommt? Oder stellt man sich zunächst vor, erzählt von den eigenen Interessen und Hobbys, um den Kindern einen ersten Einblick zu geben? Ähnliche Fragen stellen sich auch, wenn ein neues Kind in die Klasse aufgenommen wird. In beiden Situationen gilt: Ein guter Start ist entscheidend für die Klassengemeinschaft.
Hilfreich dabei sind Kennenlernspiele. Sie regen die Schülerinnen und Schüler dazu an, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Gruppendynamik zu lockern. Gleichzeitig stärken sie die Beziehung unter den Kindern – und auch zu Ihnen als Lehrkraft. So gelingt das Kennenlernen spielerisch, entspannt und effektiv. Kennenlernspiele im Unterricht sind daher eine einfache und wirkungsvolle Methode, um den Einstieg in den Schulalltag zu erleichtern. Ganz nebenbei fördern sie nicht nur das spielerische Lernen, sondern auch wichtige soziale Fähigkeiten.
2. Vorteile von Kennenlernspielen in der Grundschule
- Die Schülerinnen und Schüler werden sich durch Kennenlernspiele auf spielerische und zwanglose Art und Weise kennenlernen.
- Der Einstieg in den Unterricht fällt Ihnen und den Schüler/-innen dadurch deutlich leichter.
- Peinliche Stille wird vermieden und ein lebhafter Austausch ermöglicht.
- Einige Spiele fördern durch ihre interaktiven Elemente das Gemeinschaftsgefühl bzw. den Zusammenhalt der Gruppe.
- Manche Kennenlernspiele für Kinder sorgen dafür, dass man sich Namen besser und schneller merken kann.
- Sie dienen zum Fördern von sozialen Kompetenzen – durch regelmäßige Kennenlernspiele im Unterricht entwickeln die Kinder zunehmend Empathie und Teamgeist.
- Sie als Lehrkraft bekommen einen ersten Eindruck, wie die Kinder miteinander interagieren.
- Die Kommunikationsfähigkeiten werden gefördert.
- Außerdem bereiten sie Freude und fördern das Bewegte Lernen, indem sie körperliche Aktivität und geistige Herausforderungen kombinieren!
3. Ideen für Kennenlernspiele in der Grundschule oder im Kindergarten
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an abwechslungsreichen Kennenlernspielen für die Grundschule, die sowohl den Kindern als auch Ihnen als Lehrkraft Freude bereiten werden. Sie lockern die Atmosphäre auf, fördern das Miteinander und machen das gegenseitige Kennenlernen spielerisch leicht.
Kennenlernspiele zum Namen lernen
Namen-Chaos
Bei diesem Kennenlernspiel bewegen sich die Kinder zur Musik frei durch die Klasse – sie dürfen gehen, tanzen oder auch hüpfen. Die Spielleitung (zunächst Sie als Lehrkraft oder eines der Kinder) gibt zwischendurch kleine Bewegungsaufgaben, z. B. „alle laufen auf Zehenspitzen“ oder „krabbeln auf allen Vieren“.
Plötzlich wird die Musik gestoppt, und die Spielleitung ruft den Namen eines Kindes. Alle anderen müssen nun schnell zu diesem Kind laufen. Das genannte Kind übernimmt anschließend die Rolle der Spielleitung und darf beim nächsten Musik-Stopp selbst einen Namen ausrufen.
Ballfangen
Die Kinder stellen oder setzen sich in einen Kreis. Die Spielleitung beginnt mit einem Softball und wirft ihn zu einem beliebigen Kind. Dieses nennt seinen Namen und wirft den Ball weiter.
Um mehr Dynamik ins Spiel zu bringen, können kleine Aufgaben gestellt werden, z. B.: „Wirf den Ball zu jemandem mit einem blauen T-Shirt“ oder „zu jemandem mit blonden Haaren“. Das ausgewählte Kind fängt den Ball, nennt ebenfalls seinen Namen und wirft ihn weiter.
Das Spiel wird so lange fortgesetzt, bis alle Kinder an der Reihe waren. Neben dem spielerischen Kennenlernen der Namen trainieren die Kinder gleichzeitig ihre Reaktionsfähigkeit und die Hand-Auge-Koordination – es eignet sich also auch hervorragend als Koordinationsspiel.
Naschkatzen
Für dieses Spiel wandert eine Packung Gummibärchen durch die Klasse. Jedes Kind darf sich einige Gummibärchen herausnehmen – die Anzahl bestimmt, wie viele Dinge es von sich erzählt. Wichtig ist, dass die Kinder immer mit ihrem Namen beginnen. Danach können beliebige Informationen folgen, z. B. die Lieblingsfarbe, das Lieblingstier oder ein Hobby. So lernen die Kinder nicht nur die Namen ihrer Mitschüler:innen kennen, sondern erfahren gleichzeitig kleine persönliche Dinge, die das Kennenlernen auflockern und für Gesprächsstoff sorgen.
Mein rechter, rechter Platz
Dieses beliebte Spiel sorgt garantiert für Spaß und Bewegung. Die Kinder sitzen in einem Stuhlkreis, wobei ein Stuhl mehr aufgestellt wird, als Kinder teilnehmen.
Das Kind links neben dem freien Stuhl tippt auf den Platz und sagt:
„Mein rechter, rechter Platz ist leer, ich wünsche mir den/die … (Name) her.“
Das gerufene Kind läuft zum freien Stuhl und setzt sich. Nun geht es von vorne los: Das Kind links neben dem neuen freien Platz ruft den nächsten Namen.
Spielvarianten für noch mehr Spaß:
- Nachdem ein Name gerufen wurde, fragt das Kind: „Als was soll ich kommen?“ – der Rufer nennt ein Tier, das das Kind pantomimisch darstellt, während es den Platz einnimmt.
- Alternativ kann auch eine bestimmte Fortbewegungsart gewählt werden, z. B. hüpfend, kriechend oder rückwärts laufend.
So lernen sich die Kinder spielerisch kennen, trainieren ihre Merkfähigkeit und stärken das Gemeinschaftsgefühl.
Kennenlernspiele als Kooperationsspiel
Detektiv
Eine weitere tolle Möglichkeit sich im Kindergarten oder in der Grundschule besser kennenzulernen, stellt das Spiel „Detektiv“ dar. Dazu wird die Klasse in zwei Teams aufgeteilt. Beide Gruppen stellen sich gegenüber auf, sodass jeder einen Partner hat. Nun sehen sich die Partner mindestens eine Minute ganz genau an und versuchen sich verschiedene Attribute zu merken. Daraufhin dreht sich eine der beiden Gruppen um und hält sich Augen und Ohren zu. Die andere Gruppe überlegt sich währenddessen, welche Kleinigkeit sie an einem ihres Teammitglieds ändert. Nun dreht sich die andere Gruppe wieder um, öffnet die Augen und muss so schnell wie möglich entdecken, welches Detail verändert wurde.
Menschenkette
Bei diesem Spiel bilden die Schüler/-innen eine Menschenkette, indem sie sich hintereinander aufstellen und sich an den Schultern oder Händen festhalten. Das Ziel ist es, die Menschenkette ohne Loslassen oder Unterbrechungen zu bewegen. Dabei müssen die Kinder eng zusammenarbeiten und lernen, aufeinander zu achten, um erfolgreich zu sein. Sie können die Schwierigkeit erhöhen, indem Sie Hindernisse aufstellen, um die Koordination und Kooperation der Kinder weiter herauszufordern. Durch dieses Spiel werden wichtige Fähigkeiten wie Teamwork und Kommunikation gestärkt.
Kennenlernspiele als Bewegungsspiele
Luftballon
Jedes Kind erhält einen Luftballon, bläst ihn auf und schreibt den eigenen Namen darauf. Auf ein Signal werfen alle ihre Ballons gleichzeitig in die Luft. Danach fängt sich jedes Kind einen beliebigen Ballon, liest den Namen und sucht die entsprechende Mitschülerin oder den Mitschüler, um diese Person zu begrüßen.
Im Anschluss können die Ballons erneut hochgeworfen und neue Begegnungen ermöglicht werden.
Dieses Spiel ist ein ideales Bewegungsspiel für die Grundschule: Die Kinder sind in Bewegung, lernen auf spielerische Weise die Namen ihrer Mitschüler:innen und knüpfen erste soziale Kontakte.
Ameisenbär
Die Kinder sitzen in einem Stuhlkreis, ein Stuhl bleibt frei. Eine Person übernimmt die Rolle der Ameise und verlässt kurz den Raum. Währenddessen wird unter den übrigen Kindern heimlich der Ameisenbär bestimmt.
Die Ameise kommt nun wieder herein und fragt die Kinder nacheinander:
„Ich bin die Ameise – und wer bist du?“
Jedes Kind nennt seinen Namen, bis schließlich das Kind, das den Ameisenbär spielt, antwortet: „Ich bin der Ameisenbär!“
Daraufhin wechseln alle Kinder schnell ihre Plätze. Auch die Ameise versucht, einen freien Stuhl zu ergattern. Wer am Ende keinen Platz findet, wird die neue Ameise – und das Spiel beginnt von vorne.
Dieses Spiel ist nicht nur ein lustiges Kennenlernspiel, sondern stärkt auch Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und das Gemeinschaftsgefühl.
Abklatschen
Es werden zwei Teams gebildet, wobei es das Ziel jedes Teams ist, sich so viele Namen wie möglich zu merken. Dieses Lernspiel für Kinder läuft wie folgt ab: Alle Spieler laufen für beispielsweise zwei Minuten in der Klasse herum und müssen sich gegenseitig abklatschen. Bei jedem Abklatschen nennen die Spieler ihren Namen und versuchen sich so viele Namen wie möglich zu merken. Anschließend sitzen sich beide Teams gegenüber, wobei zunächst ein Tuch die Sicht auf das gegenüberliegende Team versperrt. Sobald das Tuch fällt, müssen die Kinder schnellstmöglich den Namen des Gegenüber nennen. Das Team, das mehr Namen richtig genannt hat, gewinnt.
4. Fazit
Die vorgestellten Kennenlernspiele für die Grundschule bringen nicht nur Ihren Schüler:innen, sondern auch Ihnen selbst viel Freude! Gerade zu Beginn des Schuljahres erleichtern sie den Einstieg, lockern die Stimmung in der Klasse und fördern durch ihre interaktiven Elemente das Gemeinschaftsgefühl sowie ein positives Klassenklima. Das Beste: Für die meisten Kennenlernspiele im Unterricht brauchen Sie keinerlei Material – Sie können direkt loslegen. Viel Spaß beim Ausprobieren! Und denken Sie daran: Lern- und Kennenlernspiele sind nicht nur unterhaltsam, sondern unterstützen zugleich wichtige Fähigkeiten wie Teamarbeit und Kommunikation.
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